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Die CVP bei den Nachtwächtern in Bischofszell

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In der mondlosen Nacht begrüssten uns 2 Bischofszeller Nachtwächter punkt acht Uhr unter dem Bogenturm mit dem traditionellen Lied “Hört Ihr Leut‘ und lasst Euch sagen, unsre Glock‘ hat acht geschlagen“. Mit ihrem historischen, farbenprächtigen Arbeitsgewand, dem Feuerhorn und den Hellebarden versetzten sie uns augenblicklich in vergangene Zeiten, als die Nachtwächter eine verantwortungsvolle Aufgabe in der Stadt hatten. Dieser Eindruck wurde noch verstärkt, als die Nachtwächter gleich zu Beginn Fackeln verteilten, weil der Rundgang auch in dunkle Ecken der Stadt führen werde. Früher gehörte es zu den Aufgaben der Nachtwächter, die 4 Stadttore zu schliessen, wenn man auf eine festgelegte Distanz Mann und Weibsbilder nicht mehr voneinander unterscheiden konnte. Immer wieder verstanden sie es, uns die alten Zeiten mit etwas Schalk und feinem Humor näherzubringen. Durch eine der Hauptgassen des „Wackerpreis-Städtchens“ gelangten wir zum Schloss, welches als Verwaltungszentrum des Bischofs von Konstanz gebaut wurde und nach der Eroberung des Thurgaus durch die Eidgenossen auch als Sitz der zürcherischen Vögte diente. Bischofszell beherbergte etwa 1485 bis 1798 auch ein Gericht.

Dunkle Zeiten

Im Mittelalter war es in den Städten nicht nur in mondlosen Nächten dunkel, sondern auch in anderer Hinsicht herrschten oft dunkle Zeiten. Dies bezeugen unter anderem Requisiten, die uns die Nachtwächter an verschiedenen Orten zeigten: Hals- und Handschellen, mit denen Delinquenten an den Pranger gestellt wurden und Daumenschrauben, mit denen Geständnisse zum Teil auch ohne Rücksicht auf Wahrheitsgehalt erpresset wurden. Vor vierhundert Jahren wütete die Pest derart in Bischofszell, dass etwa ein Drittel aller Einwohner starben. Während des Rundgangs ertönte immer wieder der Ruf „Gebt acht auf Feuer und Licht, damit kein Brand ausbricht“. Eine wichtige Aufgabe der Nachtwächter war es, Brände zu verhüten. Trotz ihrer Aufmerksamkeit wurde Bischofszell aber nicht von Stadtbränden verschont.

Phönix aus der Asche

Die heutige, schmucke Altstadt entstand etwa 1750 nach einem Stadtbrand. Eines seiner Bijoux ist das wunderschöne Rathaus mit seinen filigranen vergoldeten Geländern.

Zum Abschluss des Rundganges konnten wir noch über die alten Treppen im Bogenturm ins Nachtwächterlokal mit interessanten historischen Bildern hinaufsteigen und einen köstlichen Trunk geniessen.

                                                                                                                      Ruedi Gehring

Hier die Impressionen dazu: Foto 1 und Foto 2

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